Kirchengemeinden im Alten Amt

Das Niedermoor am Weißenwasser

Geht man an der Weißenwasserkirche vorbei in nördlicher Richtung, so betritt man bald eine große Rasenfläche, an deren östlicher Seite zwei Teiche liegen. Bis Mitte der sechziger Jahre befand sich hier – anstelle der Rasenfläche – ein kleines Niedermoor, das im Zusammenhang mit dem Bau des Trinkwasser-Hochbehälters mit Boden verfüllt wurde. Entstanden war es durch einen Geländeeinbruch.
 
An der nordöstlichen Ecke des kleinen Teiches, an der sich heute die Brunnenfassungen für die Trinkwasserversorgung der Gemeinde Kalefeld befinden, kann man trotz verschiedener zwischenzeitlich erfolgter Bodenbewegungen noch ziemlich deutlich die Abbruchkante der Hanglinie erkennen. Hauptsächlich in dieser Ecke trat früher der Hauptstrom der Weißenwasserquelle zutage, füllte die davorliegenden Teiche mit der anschließenden Mulde, versorgte die Ölmühle für den Betrieb mit Wasser und floss schließlich über den Ölmühlenbach der Aue zu.
 
Heute wird der größte Teil des Wassers abgefangen und zur Trinkwasserversorgung mehrerer Ortschaften in den Hochbehälter geleitet, während aus einigen Nebenquellen die Teiche gespeist werden. Der Abfluß des Teiches führte früher mitten durch das Moor, das zum größten Teil mit Schilf bewachsen war. Hier stellte der lange Jahre in Kalefeld tätige Lehrer Aribert Leverkühne u.a. folgende Pflanzenarten fest, die heute fast alle nicht mehr aufzufinden sind:
 
Auf dem Niedermoor:
Rauhe Segge, verschiedenährige Segge (Carex heterostachia) schmalblättriges Wollgras (Carex polystachium) meergrüne Binse (Juncus glaucus) glanzfrüchtige Binse (Juncus lamprocarpus) Sumpfschachtelhalm (Equisetum palustre) Sumpfenzian (Gentiana uliglinosa) Wiesenlein (Linum catharticum) kleiner Baldrian (Valeriana dioeca) Sumpfplatterbse (Lathyrus palustre) Sumpfstorchschnabel (Geranium palustre) kleine Bibernelle (Pimpinella saxifraga) große Bibernelle (Pimpinella magna) breitblättriges Knabenkraut (Orchidaceae latifolia)
 
Im Teich:
Wasserhahnenfuß (Betrachium aquatile)
 
Am Rand der Senke:
Nachtkerze (Cenotheris biennis) filzige Glockenblume (Campanula bonoiensis) Rapunzelglockenblume (Campanula rapunculus) großblättrige Weide (Salix grandifolia) wilder Schneeball (Viburnum opulus).
 
Bei den Ausschachtungsarbeiten für das Wasserwerk konnte u.a. eine Torfschicht von 1,40 m Stärke festgestellt werden. Aus dieser wurden Pflanzenreste gesammelt und Bodenproben entnommen. Bei den Unter-suchungen von Blütenstaubkörnern stellte sich heraus, dass es sich um Pflanzen handelte, die im späten Eiszeitalter am Rande der damals hier vorhandenen Tundra gewachsen waren. Die Bodenproben der Ausschachtung sind als Bodenprofil in der Schule in Kalefeld sichergestellt worden, ebenso die Pflanzenreste der Torfschicht und Pflanzen des ehemaligen Niedermoorgebietes am Weißenwasser.
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