Kirchengemeinden im Alten Amt

Bauernfriedhof

Um die Weißenwasserkirche herum befand sich seit den Anfängen der Christianisierung ein Friedhof, zunächst wohl nur für die Bewohner von Weißenwasser, später jedoch auch für die Kalefelder. Aus alten Überlieferungen geht sogar hervor, dass selbst die Toten aus den Ortschaften Marke (ca. 16 km entfernt) und Willensen hier bestattet worden sein sollen, weil es dort keine Kirche gab.
 
Der sogenannte „Marker Laikenweg“ ist als Flurbezeichnung erhalten geblieben. Auf alten Fotos kann man erkennen, dass die Gräber früher unmittelbar bis an die Kirche heranreichten. In der Mitte der fünfziger Jahre wurden jedoch die meisten der zum Ende des vorigen Jahrhunderts entstandenen kunstvollen Grabdenkmale beseitigt. Lediglich eine Reihe entlang des Eingangs zur Weißenwasserkirche blieb aus Denkmalschutzgründen erhalten.
 
Unterhalb dieser Reihe und auf der westlichen Seite des Turmes befinden sich weitere Grabstellen, die einige Besonderheiten aufweisen. Die Grabsteine stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert und sind sowohl aus historischer als auch aus denkmalpflegerischer Sicht wertvoll und erhaltenswert. Die besondere Bedeutung des Gräberfeldes liegt darin, dass es mit ca. 55 Grabmalen als fast geschlossene Anlage erhalten geblieben ist. Leider sind einige Denkmale umgestürzt, von Bewuchs überdeckt und deshalb in ihrer Erhaltung sehr gefährdet. Dargestellt wurden überwiegend Blumen, Handwerkszeichen und die auf- bzw. untergehende Sonne. Die auf den Denkmalen dargestellten Motive sind nach Ansicht der Wissenschaft „volkstümliche Grabsteinskunst“, die bisher leider wenig erforscht ist. Darstellungen in ähnlicher Form finden sich auch auf Möbeln, den Torpfosten niedersächsischer Hallenhäuser und auf Schmuckstücken.
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